Fragen und Antworten zum Energieausweis

    Gebäudepass - Die wichtigsten Fragen zum Energieausweis

    Künftig dürfen Hauseigentümer ihre Immobilie nur noch mit einem gültigen Energiepass vermieten oder verkaufen. Bei Eigentümern wirft das viele Fragen auf. Zum Beispiel: Was muss der Ausweis beinhalten, wer darf ihn ausstellen und was soll er kosten?

    1. Welche Änderungen sind für Energieausweise vorgesehen?

    Den Energieausweis (Gebäudepass) gibt es künftig in zwei verschiedenen Varianten:
    als bedarfsorientierter Ausweis (Energieausweis auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs) und als verbrauchsorientierter Ausweis (Energieausweis auf der Grundlage des erfassten Energieverbrauchs). Welcher Ausweis verwendet werden kann, richtet sich nach der Größe, dem Baujahr und der energetischen Qualität des Gebäudes.

    Es gelten folgende Regelungen für Wohngebäude:

    • Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, die auf der Grundlage der Wärmeschutzverordnung 1977 oder später errichtet wurden, besteht Wahlfreiheit zwischen bedarfs- und verbrauchsorientiertem Ausweis.
    • Für Wohngebäude mit mehr als vier Wohneinheiten, egal welchen Baujahres, gilt ebenfalls Wahlfreiheit.
    • Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor Geltung der     Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet worden sind, ist der bedarfsorientierte Energieausweis zu verwenden. Eine Ausnahme gilt für Wohngebäude aus dieser Zeit, die entweder schon bei der Baufertigstellung den energetischen Stand der ersten     Wärmeschutzverordnung von 1977 aufgewiesen haben oder durch    Modernisierungsmaßnahmen auf diesen Stand gebracht worden sind. In diesen Fällen besteht ebenfalls Wahlfreiheit.
    Diese Regelungen für Wohngebäude sollen ab dem 1. Oktober 2008 verbindlich sein.
    Zu den Übergangsregelungen lesen Sie bitte die Hinweise unter 2.
    Für die so genannten Nichtwohngebäude (zum Beispiel Bürogebäude,Geschäftshäuser) dürfen nach Wahl des Eigentümers oder Vermieters bedarfs- oder verbrauchsorientierte Energieausweise verwendet werden.

    2. Welche Übergangsregeln sind vorgesehen?

    Ab dem Inkrafttreten der neuen Verordnung am 1. Oktober 2007 gilt für die Dauer eines Jahres - also bis zum 30. September 2008 - die uneingeschränkte Wahlfreiheit zwischen bedarfs- und verbrauchsorientierten Ausweisen für alle Gebäude. Schon vor dem Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung 2007 können Energieausweise ausgestellt werden, wenn sie den Bestimmungen der EnEV in der Fassung des Beschlusses der Bundesregierung vom 25. April 2007 entsprechen. Energieausweise für Bestandsgebäude, auch solche, die nach den Übergangsregeln der Energieeinsparverordnung ausgestellt wurden, haben eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren.

    3. Ab welchem Zeitpunkt gilt die Pflicht, Energieausweise potenziellen Käufern und Mietern zugänglich zu machen?

    Die Pflicht zum Zugänglichmachen eines Energieausweises gegenüber potenziellen Käufern bzw. Mietern wird stufenweise je nach Gebäudeart und Baualter zur Anwendung kommen:
    • ab 1. Juli 2008 für Wohngebäude der Baufertigstellungsjahre bis 1965;
    • ab 1. Januar 2009 für später errichtete Wohngebäude;
    • ab 1. Juli 2009 für Nichtwohngebäude.

    4. Welche Informationen enthält der Energieausweis?

    Der Energieausweis gibt mit einem bestimmten Energiekennwert überschlägig Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Die Energieeffizienz kann entweder als Energiebedarf des Gebäudes oder aber als Energieverbrauchskennwert auf der Grundlage des erfassten tatsächlichen Energieverbrauchs angegeben werden. Energiebedarf Unter Energiebedarf versteht man bei Wohngebäuden hauptsächlich die zum Heizen und für Warmwasser auf der Grundlage von Berechnungen des Gebäudes benötigte Energie. Dabei werden zum Beispiel die individuellen Gewohnheiten der Bewohner und die Lage des Gebäudes in Deutschland, nicht berücksichtigt. Zur Errechnung des Energiebedarfs werden die energetische Qualität vor allem der Außenwände und des Dachs sowie der technischen Anlagen wie Heizkessel und der Anlagen für die Erwärmung des Wassers berücksichtigt. Die im Energieausweis angegebenen Werte beziehen sich auf das ganze Gebäude; für einzelne Wohnungen lässt die Angabe keinen genauen Rückschluss zu. Wichtig ist, dass der Energiebedarfswert - gerade weil er frei von individuellen und subjektiven Verhältnissen errechnet wird - einen objektiven Wert über die energetische Qualität eines Gebäudes darstellt. Er erlaubt keinerlei Rückschlüsse auf den konkreten Energieverbrauch eines einzelnen Haushalts.

    Energieverbrauchskennwert

    Unter dem Energieverbrauchskennwert versteht man einen Wert, der aus dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre ermittelt wird. Sodann werden, sofern sie das übliche Maß deutlich übersteigen, Wohnungsleerstände im Gebäude rechnerisch berücksichtigt und eine so genannten Witterungsbereinigung des Verbrauchswertes vorgenommen. Mit der Witterungsbereinigung soll der ermittelte Energieverbrauch auf ein durchschnittliches Klima der letzten Jahre bezogen werden; damit wird der Einfluss von außergewöhnlichen Wetterverhältnissen wie besonders warmen oder kühlen Wintern sowie regionalen Unterschieden ausgeglichen. Grundsätzlich erlaubt auch der Energieverbrauchskennwert - wie auch der Energieausweis auf der Grundlage des berechneten Bedarfs - keine exakten Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch.
    (Punkte 1 bis 4, Quelle: BMVBS)

    5. Wer darf den Energiepass ausstellen?

    Die Palette der Anbieter ist groß: Architekten, Bauingenieure, Energieberater und Handwerker. In der Praxis werden es wohl oft Ableseunternehmen, Heizungsinstallateure oder Schornsteinfeger sein, die bei der jährlichen Ablesung, einem Umbau oder einer Reinigungsmaßnahme den Pass quasi nebenbei miterstellen.

    6. Was kostet der Energieausweis?

    Der Preis richtet sich nach dem Ausweistyp: Es gibt den sogenannten Verbrauchsausweis und einen Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis erfordert kaum Aufwand und enthält nur wenige Daten. Diesen Ausweis wird es für weniger als 50 Euro geben. Im Internet kursieren bereits Angebote ab 9,90 Euro. Die deutsche Energieagentur (dena) warnt allerdings vor diesen Angeboten, weil sie oft unvollständig seien. Der Bedarfsausweis erfordert mehr Aufwand und ist daher teurer. Hier rechnen Experten mit Angeboten zwischen 100 und 500 Euro.

    7. Kann ich als Vermieter die Kosten auf die Miete umlegen?

    Das ist nicht möglich! Eigentümer können die Kosten aber als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben. Bei einem Gebäude mit Eigentumswohnungen zahlt die Eigentümergemeinschaft.

    8. Was passiert, wenn der Vermieter oder Verkäufer keinen Pass vorlegt?

    Besitzt der Eigentümer keinen Energieausweis, so begeht er nach Inkrafttreten des Gesetzes eine Ordnungswidrigkeit. Bei einer Anzeige drohen ihm bis zu 15.000 Euro Bußgeld.

    8. Wie sieht so ein Energieausweis eigentlich aus?

    Externer Link - Es öffnet sich ein neues Fenster
    Auf der Internetseite des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung können sie sich das vollständige Dokument als Pdf ansehen.

    Sie finden dort auch das zum Energiepass gehörende Formular "Modernisierungsempfehlungen zum Energieausweis".

    9. Gebäudepass, Energiepass, Energieausweis???

    Ein Energieausweis (Energiepass) ermöglicht anhand der Angaben und des so genannten Vergleichswertes einen überschlägigen Eindruck von der baulichen und anlagentechnischen energetischen Qualität des Gebäudes.
    Ein Gebäudepass kann mehr Informationen beinhalten als der gesetzlich vorgeschriebene Energieausweis.

    "Die Entscheidung, ein Haus zu bauen oder zu kaufen, bedeutet, sich mit zahlreichen weitreichenden Fragen auseinander zu setzen. Neben klassischen Fragen wie Grundrissgestaltung und Finanzierung stellen sich zunehmend auch Fragen der Gesundheits- und Umweltverträglichkeit von Bauprodukten und Konstruktionen. Dabei sind die besonderen Qualitäten insbesondere ökologisch hochwertiger Gebäude für Bauherren, potenzielle Käufer oder Mieter häufig gar nicht ohne weiteres erkennbar.
    Eine Möglichkeit, hier Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen, bietet der "Gebäudepass". Vergleichbar mit einem erweiterten Kfz-Brief können mit einem Gebäudepass die Eigenschaften und Qualitäten eines begutachteten Gebäudes übersichtlich dokumentiert und gegebenenfalls auch zertifiziert werden".
    Quelle:(idw) Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

    Für Unternehmen und Organisationen wie z.B. Wohnungsgesellschaften bietet der Gebäudepass eine Möglichkeit zur nachhaltigen Entwicklung, Pflege und Verwaltung von Gebäuden. Die Durchführung von Gebäudepässen liefert einheitliche, bedarf- und verbrauchs-technische Kenndaten durch ein standardisiertes Verfahren. Der Gebäudepass dient zur Einschätzung der ökologischen Wirksamkeit eines Gebäudes bzw. einer Nutzungseinheit und als Ansatzpunkt für Investitionsmaßnahmen.